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Nordholland/Westfriesland Mai 2003
Lanschaft bei Petten


Sonntag: Bei strahlendem Sonnenschein ging es gemeinsam mit meiner Freundin Susanne auf nach Bergen in Nordholland. Susanne und BerndUnser erstes Quartier, Hotel Boschlust, hatte die üblichen kleinen Zimmer und irgendwie Matratzen, von denen man runterrollt. Dafür gab es aber ein leckeres Frühstücksbuffet, was dann zusammen 58,- Euro für eine Nacht kostet. Gegen 15 Uhr sind wir angekommen und wohin zuerst? Na klar, ans Meer. Schließlich, zurück in Bergen, genießen wir die Abendatmosphäre an der Kirchruine bei einem Bier.

In MedemblijkMontag: Beim VVV fragen wir nach einer Ferienwohnung. "Bitte preiswert und ruhig". Die Vermittlungsgebühr scheint abhängig von der Angestellten variabel zu sein: Angestellte 1 will 15,- Euro, Angestellte 2 20,- Euro. "Unser" SommerhäuschenWir bekommen ein Zomerhuis ganz am Ortsrand und ganz an einem der vielen Enden der Welt gelegen und dennoch schnell erreichbar. Wir sind begeistert. Für nicht einmal soviel, wie die 12 qm Hotelzimmer kosteten, haben wir nun ein schnuckeliges und gepflegtes Häuschen mit Terasse und eigenem Garten mit üppigem Grün, geräumiger Küche sowie gemütlichem Wohnzimmer und Schlafraum auf der ersten Etage zur Verfügung. - Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf unternehmen wir am Nachmittag noch eine Tour ans Ijselmeer, nach Medemblik. Susanne sitzt am Steuer und ich lotse sie quer durch Westfriesland, möglichst abseits der großen und viel befahrenen Straßen auf romantischen Alleen und kleinen Wegen, vorbei an grünen Weiden, blühenden Tulpenfeldern und den großen Koggenmühlen. In Medemblik werfen wir einen Blick über das Ijselmeer, beobachten einen Fischreiher bei der Mahlzeit und genießen selbstgemachte Apfeltorte. Querfeldein geht es über Hauwert, Nibbixwoud und Rustenburg wieder zurück nach Bergen.

Dienstag: Wir fahren nach Alkmaar und von dort mit dem Zug nach Amsterdam. Für 3,50 Euro Parkgebühr pro Tag (es gibt keine kostenlosen Parkplätze in annehmbarer Entfernung) und 10,- Euro für Rückfahrkarte habe wir damit einen preisgünstigen, direkten und stressfreien Zugang in die Hauptstadt der Niederlande. Die Fahrtzeit beträgt nur 45 Minuten. AmsterdamIn Amsterdam selber haben wir uns entweder mit Hilfe unseres Reiseführers oder angelockt durch das, was wir sahen, ein paar Stunden durch diese quirlige Stadt treiben lassen. Vorbei an St. Nikolaus ging es durch die Zeedijk Straße zunächst zum Nieuw-Markt mit dem Waaggebouw. Das Rembrandthuis haben wir zumindest von außen gesehen und dann interessierte Susanne das Katten-Kabinet in der Heeren-Gracht. Das Richtige für einen richtigen Katzenliebhaber. Etwas weiter in dieser Gracht, zwischen Nummer 287 und 289, gibt es das wohl schmalste Häuschen überhaupt zu sehen. An der Ecke Radhuisstraat war dann Zeit für ein Päuschen und da kam uns gerade das dort gelegene gemütliche italienische Restaurant gelegen, was faire Preise hat, dessen Namen ich jedoch leider vergessen habe. Für uns die letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag war der Dam, an dessen Nationaldenkmal noch die vielen Blumen vom Volkstrauertag (4. Mai) lagen. Das schönste an dieser kleine Exkursion war eigentlich, in der Nähe des Dams im Straßenkaffe zu sitzen, Kaffe zu schlürfen, Urlaubskarten zu schreiben und das bunte Treiben auf der Straße zu beobachten. - Zurück in Bergen haben wir den Tag in der Abendsonne vor "unserem" Sommerhäuschen ausklingen lassen.

Poldermühle in WestfrieslandMittwoch: Unser heutiges Ziel ist Enkhuizen. Dazu nehmen wir ein Stück der N-243 und dann, um noch etwas mehr vom Westernkoggenland mitzubekommen, die schmalen Wege quer durchs Land. Wir sehen eine Poldermühle, die in Betrieb ist und nehmen uns Zeit für einen Stop, denn ich möchte unbedingt einen Blick in die Mühle und die darin befindliche faszinierende Holzmechanik werfen. In Scharwoude erreichen wir das Wasser des Hoornse Hop. In Hoorn selber schauen wir uns den Hafen mit dem sehenswerten Hoofdoren an. Weiter geht es auf der Koggenroute nach Enkhuizen und wir genießen dabei die Aussicht vom Deich, auf dem der Weg entlang führt: rechts das weite Wasser und links kleine Ortschaften und grüne Weiden. In Enkhuizen selber kann man am Bahnhof zentral und kostenlos parken. Es waren von dort nur ein paar Schritte in die schmalen Gassen mit den wunderschönen Häuschen.

Donnerstag: Nach dem Frühstuck auf der Terasse in der Morgensonne ist Faulenzen angesagt und ein Spaziergang ins Zentrum von Bergen (20 Minuten einfach).

Käsemarkt in AlkmaarFreitag: Käsemarkt in Alkmaar. Mehr als 20 Tonnen Käselaiber werden da gehandelt. Das mußten wir natürlich auch einmal sehen. Anschließend eine empfehlenswerte Grachtenrundfahrt für 4,- Euro, auf der man oft den Kopf einziehen mußte. Am Nachmittag haben wir dann noch einen schönen Spaziergang durch den Wald westlich von Heemskerk unternommen.

Samstag: Das war für uns Fahrradtag. Per Pedale auf echtem Hollandrad wagen wir uns in nördliche Richtung. Wir folgen den gut ausgeschilderten Radwegen über Schoorl, Camperduin bis Petten. Es fuhr sich gut im Windschatten der hohen Dünen und langen Deiche. Beeindruckt hat mich vor allem der weite Blick in das flache und grüne Land, der ab Camperduin möglich ist. Ebendort war man über ein paar Stufen auf der Seeseite des Deiches und wurde sofort vom lauten Rauschen der steten Brandung gefangen. Wieder zurück auf der Landseite fiel mir besonders die plötzliche fast absolute Stille und das Gefühl des Behütetsein auf, als die See hinter der Deichkuppe verschwand.

Sonntag: Angefüllt mit den schönen Erlebnissen unseres kleinen Urlaubs und ein bischen wehmütig ging es wieder nach Hause.

Abends an der Nordsee
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