Sonntag: Bei strahlendem Sonnenschein ging
es gemeinsam mit meiner Freundin Susanne auf nach Bergen
in Nordholland. Unser
erstes Quartier, Hotel Boschlust, hatte die üblichen
kleinen Zimmer und irgendwie Matratzen, von denen man runterrollt.
Dafür gab es aber ein leckeres Frühstücksbuffet,
was dann zusammen 58,- Euro für eine Nacht kostet. Gegen
15 Uhr sind wir angekommen und wohin zuerst? Na klar, ans
Meer. Schließlich, zurück in Bergen, genießen
wir die Abendatmosphäre an der Kirchruine bei einem Bier.
Montag:
Beim VVV fragen wir nach einer Ferienwohnung. "Bitte
preiswert und ruhig". Die Vermittlungsgebühr scheint
abhängig von der Angestellten variabel zu sein: Angestellte
1 will 15,- Euro, Angestellte 2 20,- Euro. Wir
bekommen ein Zomerhuis ganz am Ortsrand und ganz an einem
der vielen Enden der Welt gelegen und dennoch schnell erreichbar.
Wir sind begeistert. Für nicht einmal soviel, wie die
12 qm Hotelzimmer kosteten, haben wir nun ein schnuckeliges
und gepflegtes Häuschen mit Terasse und eigenem Garten
mit üppigem Grün, geräumiger Küche sowie
gemütlichem Wohnzimmer und Schlafraum auf der ersten
Etage zur Verfügung. - Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf
unternehmen wir am Nachmittag noch eine Tour ans Ijselmeer,
nach Medemblik. Susanne sitzt am Steuer und ich lotse
sie quer durch Westfriesland, möglichst abseits der großen
und viel befahrenen Straßen auf romantischen Alleen
und kleinen Wegen, vorbei an grünen Weiden, blühenden
Tulpenfeldern und den großen Koggenmühlen. In Medemblik
werfen wir einen Blick über das Ijselmeer, beobachten
einen Fischreiher bei der Mahlzeit und genießen selbstgemachte
Apfeltorte. Querfeldein geht es über Hauwert,
Nibbixwoud und Rustenburg
wieder zurück nach Bergen.
Dienstag: Wir fahren nach Alkmaar und von dort mit dem Zug
nach Amsterdam. Für 3,50 Euro Parkgebühr
pro Tag (es gibt keine kostenlosen Parkplätze in annehmbarer
Entfernung) und 10,- Euro für Rückfahrkarte habe
wir damit einen preisgünstigen, direkten und stressfreien
Zugang in die Hauptstadt der Niederlande. Die Fahrtzeit beträgt
nur 45 Minuten. In
Amsterdam selber haben wir uns entweder mit Hilfe unseres
Reiseführers oder angelockt durch das, was wir sahen,
ein paar Stunden durch diese quirlige Stadt treiben lassen.
Vorbei an St. Nikolaus ging es durch die Zeedijk
Straße zunächst zum Nieuw-Markt
mit dem Waaggebouw. Das Rembrandthuis haben wir zumindest
von außen gesehen und dann interessierte Susanne das
Katten-Kabinet in der Heeren-Gracht. Das
Richtige für einen richtigen Katzenliebhaber. Etwas weiter
in dieser Gracht, zwischen Nummer 287 und 289, gibt es das
wohl schmalste Häuschen überhaupt zu sehen. An der
Ecke Radhuisstraat war dann Zeit für
ein Päuschen und da kam uns gerade das dort gelegene
gemütliche italienische Restaurant gelegen, was faire
Preise hat, dessen Namen ich jedoch leider vergessen habe.
Für uns die letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag
war der Dam, an dessen Nationaldenkmal noch
die vielen Blumen vom Volkstrauertag (4. Mai) lagen. Das schönste
an dieser kleine Exkursion war eigentlich, in der Nähe
des Dams im Straßenkaffe zu sitzen, Kaffe zu schlürfen,
Urlaubskarten zu schreiben und das bunte Treiben auf der Straße
zu beobachten. - Zurück in Bergen haben wir den Tag in
der Abendsonne vor "unserem" Sommerhäuschen
ausklingen lassen.
Mittwoch:
Unser heutiges Ziel ist Enkhuizen. Dazu nehmen
wir ein Stück der N-243 und dann, um noch etwas mehr
vom Westernkoggenland mitzubekommen, die
schmalen Wege quer durchs Land. Wir sehen eine Poldermühle,
die in Betrieb ist und nehmen uns Zeit für einen Stop,
denn ich möchte unbedingt einen Blick in die Mühle
und die darin befindliche faszinierende Holzmechanik werfen.
In Scharwoude erreichen wir das Wasser des
Hoornse Hop. In Hoorn selber schauen wir
uns den Hafen mit dem sehenswerten Hoofdoren an. Weiter geht
es auf der Koggenroute nach Enkhuizen und wir genießen
dabei die Aussicht vom Deich, auf dem der Weg entlang führt:
rechts das weite Wasser und links kleine Ortschaften und grüne
Weiden. In Enkhuizen selber kann man am Bahnhof zentral und
kostenlos parken. Es waren von dort nur ein paar Schritte
in die schmalen Gassen mit den wunderschönen Häuschen.
Donnerstag: Nach dem Frühstuck auf der Terasse in der
Morgensonne ist Faulenzen angesagt und ein Spaziergang ins
Zentrum von Bergen (20 Minuten einfach).
Freitag:
Käsemarkt in Alkmaar. Mehr als 20 Tonnen
Käselaiber werden da gehandelt. Das mußten wir
natürlich auch einmal sehen. Anschließend eine
empfehlenswerte Grachtenrundfahrt für 4,- Euro, auf der
man oft den Kopf einziehen mußte. Am Nachmittag haben
wir dann noch einen schönen Spaziergang durch den Wald
westlich von Heemskerk unternommen.
Samstag: Das war für uns Fahrradtag. Per Pedale auf
echtem Hollandrad wagen wir uns in nördliche Richtung.
Wir folgen den gut ausgeschilderten Radwegen über Schoorl,
Camperduin bis Petten. Es
fuhr sich gut im Windschatten der hohen Dünen und langen
Deiche. Beeindruckt hat mich vor allem der weite Blick in
das flache und grüne Land, der ab Camperduin möglich
ist. Ebendort war man über ein paar Stufen auf der Seeseite
des Deiches und wurde sofort vom lauten Rauschen der steten
Brandung gefangen. Wieder zurück auf der Landseite fiel
mir besonders die plötzliche fast absolute Stille und
das Gefühl des Behütetsein auf, als die See hinter
der Deichkuppe verschwand.
Sonntag: Angefüllt mit den schönen Erlebnissen
unseres kleinen Urlaubs und ein bischen wehmütig ging
es wieder nach Hause.
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